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Schokolade für das Reich der Mitte.

Dienstag, 9. September 2008

Was aus dem Westen kommt, liegt bei Chinas wohlhabenden Schichten schwer im Trend. Darauf wollen internationale Schokoladenhersteller zunehmend setzen. Denn Schokolade hat in China keine Tradition. In Sachen Schokoladenkonsum ist das Reich der Mitte immer noch ein Entwicklungsland. Jene Teile der Bevölkerung, die sich solchen Luxus überhaupt leisten können, greifen zu salzigem Knabbergebäck oder traditionellen Süßwaren ohne Schokolade. Nach einem Bericht des Branchenverbandes Sweets Global Network werden in China jährlich rund 600 Millionen Euro mit Schokolade umgesetzt. Das entspricht lediglich einem Prozent des Weltmarkts.

Anders als auf den gesättigten Märkten in den USA und Europa, wo das jährliche Wachstum ein bis zwei Prozent beträgt, nimmt der Schokoladekonsum in China um 10 bis 15 Prozent pro Jahr zu. Konzerne wie Mars investieren deshalb in aufwendige Werbekampagnen, um ihre Marken in China zu etablieren. Das Schweizer Unternehmen Barry Callebaut, weltweit größter Schokoladenerzeuger, eröffnete zu Jahresbeginn ein eigenes Werk in Suzhou nahe Shanghai. Dort sollen 25.000 Tonnen Schokolade im Jahr produziert werden. Auch deutsche Unternehmen sehen dort neue Chancen. Der durchschnittliche Chinese verzehrt 100 Gramm Schokolade im Jahr. Hierzulande werden pro Kopf und Jahr acht Kilogramm gegessen, in der Schweiz sind es sogar um die zehn Kilogramm. Chinesen aber werden es trotz steigender Nachfrage wohl nie auf ähnliche Werte bringen, denn über 90 Prozent der chinesischen Bevölkerung leiden an einer Milchzucker-Unverträglichkeit. Zu viel Schokolade verursacht bei ihnen Verdauungsprobleme.

Böse Barbies?

Samstag, 26. April 2008

Einst war sie das Gesicht des American Dream: die Barbie-Puppe, vergöttert von Millionen Kindern rund um die Welt. Jüngst verkörperte sie nach einer ganzen Reihe vorangegangener Skandale die Problemspitze des Produktionsstandortes China, millionenfach wieder aus dem Verkehr genommen durch den Barbie-Eigentümer Mattel.

Nun hat der US-Konzern den Schwarzen Peter in der Hand. Die Rückrufaktion von 17,4 Mio. Spielzeugen mit zu kleinen Magneten und 2,2 Mio. Spielzeugen mit zu hoher Bleibelastung hat extrem hohe Wellen geschlagen. Der Chef eines chinesischen Zuliefererbetriebs hat Selbstmord begangen, auch die jüngste Entschuldigung von Mattel beim „chinesischen Volk und allen Kunden“ hat nicht gerade dazu beigetragen, den guten Ruf des Konzerns wieder herzustellen.

Vertrauen erschüttert

Eine Entschuldigung war nötig geworden, weil der Mattel-Fall das Vertrauen in den gesamten Produktionsstandort China nachhaltig erschüttert. Beim Thema Kinderspielzeug reagieren Verbraucher und Medien empfindlich, plötzlich ist China in der öffentlichen Wahrnehmung zum Herstellerland für gefährlich Billigware mutiert. Ein solches Meinungsbild wird beinahe täglich durch neue Meldungen unterfüttert. Jüngstes Beispiel: Autohersteller Nissan musste 90:000 in China produzierte, bleihaltige Werbetassen zurückrufen. (mehr…)